Methodik & Datenquellen

FinInsider.de sammelt meldepflichtige Eigengeschäfte von Führungskräften („Directors' Dealings"), bedeutende Stimmrechtsanteile und öffentliche Netto-Leerverkaufspositionen aus amtlichen Quellen. Diese Seite erklärt, was diese Meldungen sind, woher sie stammen und wo die Grenzen liegen.

Was sind Directors' Dealings?

Führungskräfte börsennotierter Unternehmen (Vorstand, Aufsichtsrat) und ihnen nahestehende Personen müssen Geschäfte mit Wertpapieren des eigenen Unternehmens melden — in der EU nach Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung (MAR), in den USA nach Section 16 (SEC Form 4), in der Schweiz nach Art. 56 KR der SIX. Die Meldung muss unverzüglich, spätestens drei Geschäftstage nach dem Geschäft erfolgen; unterhalb einer Bagatellschwelle (in Deutschland 20.000 € pro Kalenderjahr) entfällt die Pflicht. Diese Meldungen sind öffentlich — und interessant, weil Insider die Lage ihres Unternehmens naturgemäß gut kennen: Käufe gelten als das aussagekräftigere Signal, Verkäufe haben oft private Gründe (Steuern, Diversifikation, Immobilienkauf).

Datenquellen

Land Quelle (Insider-Transaktionen)
🇩🇪 DeutschlandBaFin-Datenbank „Eigengeschäfte von Führungskräften“
🇫🇷 FrankreichAMF (Autorité des marchés financiers)
🇨🇭 SchweizSIX Exchange Regulation, Management-Transaktionen
🇦🇹 ÖsterreichWiener Börse, Directors’-Dealings-Veröffentlichungen (teils ~1 Monat Verzögerung)
🇳🇱 NiederlandeAFM-Register
🇧🇪 BelgienFSMA-Register
🇪🇸 SpanienCNMV, Comunicaciones de directivos
🇺🇸 USASEC EDGAR (Form 4)
🇸🇪 SchwedenFinansinspektionen, Insynsregistret
🇬🇧 UKFCA / RNS-Mitteilungen (PDMR)
🇳🇴 NorwegenOslo Børs / Finanstilsynet (Primærinnsider-Meldungen)

Zusätzlich: Stimmrechtsanteile (§§ 33–39 WpHG) aus dem BaFin-Register „Bedeutende Stimmrechtsanteile" (Deutschland) und Netto-Leerverkaufspositionen ab 0,5 % des Grundkapitals aus Bundesanzeiger/BaFin (DE), AMF (FR), FCA (UK), Finanstilsynet (NO) und FSMA (BE). Alle Quellen werden mehrmals täglich abgerufen; die Register selbst veröffentlichen mit den gesetzlichen Fristen (Meldung binnen drei Geschäftstagen, Veröffentlichung durch den Emittenten binnen zwei weiteren).

Kennzahlen & Seiten

Insider-Barometer: Verhältnis von Kauf- zu Verkaufsmeldungen (Anzahl und Volumen) je Land über die letzten 30 Tage, dazu die 12-Monats-Aktivität. Cluster-Käufe: Unternehmen, bei denen mehrere verschiedene Insider innerhalb kurzer Zeit gekauft haben — historisch das stärkste Insider-Signal. Volumensummen werden nie über Währungsgrenzen addiert; Ranglisten gelten je Land.

„Seit Meldung" / Trackrecord (auf Insider-Seiten): Für jede Transaktion mit EUR-Meldepreis vergleichen wir den aktuellen Kurs des Papiers an deutschen Handelsplätzen (Quelle: unser Schwesterprojekt Marktumsätze.de) mit dem gemeldeten Preis. Der Trackrecord zählt, wie viele Käufe einer Person aktuell über ihrem Kaufkurs notieren (Median-Entwicklung dazu). Meldungen in anderen Währungen (USD, GBP, SEK, NOK, CHF) erhalten keine Performance-Angabe, um Währungseffekte nicht als Kursentwicklung auszuweisen. Die Kennzahl misst „Kurs seit Meldung", nicht annualisierte Rendite — ältere Käufe hatten mehr Zeit; sie ist eine Orientierung, kein Qualitätsurteil.

Grenzen der Daten

Die Register führen Personen so, wie sie gemeldet wurden — dieselbe Person kann unter Schreibvarianten mehrfach erscheinen, und wir führen jede gemeldete Schreibweise als eigene Seite. Meldungen können von den Behörden nachträglich korrigiert oder storniert werden; wir übernehmen Korrekturen beim nächsten Abruf. Österreich veröffentlicht mit spürbarer Verzögerung. Aktuelle Kurse decken deutsche Handelsplätze ab — Papiere ohne Deutschland-Listing haben keine Kursangabe. Alle Inhalte dienen der Information und sind keine Anlageberatung; maßgeblich sind stets die amtlichen Register.

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